Danmark ~ Sverige ~ Soumi ~ Norge ~ Sápmi – Herbst 2021

Bilderbogen einer Traumreise

Windflüchter am Ostseestrand
Windflüchter am Ostseestrand
Sonnenuntergang am Inari
Sonnenuntergang am Inari
Skandinavischer Anglertraum
Skandinavischer Anglertraum
Leuchtender Indian Summer
Leuchtender Indian Summer
Geheimnisvolle Lichtstimmung am Jarfjorden
Geheimnisvolle Lichtstimmung am Jarfjorden
Eismeer bei Grense Jakobselv
Eismeer bei Grense Jakobselv
Sonnenuntergang an der Barentssee
Sonnenuntergang an der Barentssee
Am Store Kobbholmsvatnet
Am Store Kobbholmsvatnet
Stellplatz in den Klippen
Stellplatz in den Klippen
... neugierig...
... neugierig...
Slettnes fyr, das geografische Nordkap!
Slettnes fyr, das geografische Nordkap!
... hoheitsvoll...
... hoheitsvoll...
Aurora Borealis!
Aurora Borealis!
Endlose Weite auf Nordkinnhalvøya
Endlose Weite auf Nordkinnhalvøya
Wal in der Meerenge
Wal in der Meerenge
Traumhafter Lagerplatz
Traumhafter Lagerplatz
... abseits unterwegs
... abseits unterwegs
Am Stora Lulevatten
Am Stora Lulevatten
Gletscher am Stuora Jälle
Gletscher am Stuora Jälle
Sonne über dem Akkajaure
Sonne über dem Akkajaure
Kaskade am Akkajaure
Kaskade am Akkajaure
Zauberhafte Lichtstimmung am Lulevatten
Zauberhafte Lichtstimmung am Lulevatten
Wetterwechsel über Sápmi
Wetterwechsel über Sápmi
Lachsgewässer
Lachsgewässer
Der Tännforsen, Schwedens größter Wasserfall
Der Tännforsen, Schwedens größter Wasserfall


Sápmi – ein gelebter Traum

Sápmi bezeichnet länderübergreifend das gesamte Siedlungsgebiet der Samen im hohen Norden Europas. Von der Nordatlantikküste Norwegens im Westen erstreckt es sich ostwärts bis zur russischen Kola-Halbinsel in der Barentssee. In Norwegen und Schweden reicht es bis weit über den Polarkreis hinab nach Süden. Die Nordgrenze setzt das Eismeer.

Lappland, das klingt verlockend nach endlosen, dichten Wäldern in denen Elche zu Hause sind, Wolfsrudel ihre Reviere durchstreifen und Bären auf Lachsfang gehen.
Das klingt nach der Weite der kargen, arktischen Tundra, deren Kälte den kleinen Polarfuchs in seinen dichten Pelz hüllt und über deren Hügel friedlich äsend Rentierherden ziehen.

Wo majestätische Adler über Meer und Seen kreisen und mächtige Wale in Fjorden und Sunden auf Fang gehen.
Lappland, das ist der Traum von überwältigenden Indian Summer Farben und die Sehnsucht nach Nordlichtern…

Dort wollen wir hin!

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Manche Bildschirme haben ein Farbmanagement, welches Rottöne stark herausfiltert, so dass den Indian Summer-Farben viel von ihrer Intensität verloren geht. Auf meinem Laptop war das auch so. Mit dem Farbprofil ‚Best RGB‘ werden sie nun nahezu authentisch dargestellt. 😉

Auf unserem Weg nach Dänemark hören wir von einem Campingplatz, der bei Esberg direkt in den Dünen liegt. – Wir sind gespannt! – Und das Konzept ist echt interessant: Es gibt windgeschützte Stellplätze in Dünentälern und solche auf den Dünen mit weitem Rundblick über die hügeligen Dünenketten bis hinüber zum Küstenwald, dessen dunkle Kiefern allmählich in die Dünen einwandern. Das Meer versteckt sich 300 Meter weiter westlich hinter den höchsten Dünen – schade.
Später folgen wir einem der angelegten Trampelpfade von unserem Dünenkamm Richtung Meer. Niedrige, reich
tragende Sanddornbüsche und weit ausgebreitete Heckenrosen kuscheln sich windgeschützt in die Dünentäler, auf den Kämmen und seeseitigen Flanken duckt sich der Strandhafer unter den rauen Böen weg und der feinkörnige Strand – steht soweit das Auge reicht voller Autos und Camper. Bis Sonnenuntergang kann man hier sein Fahrzeug zum Strandhaus umfunktionieren und mit ihm am Meer stehen, abends geht’s zurück in die Dünen. – Wie gesagt, das Konzept ist interessant.
Unseren angedachten Strandtag vergrault uns allerdings eine aus Westen aufziehende Kaltfront mit Starkwind und Regen…

Okay, dann also auf nach Schweden!

Vejers Strand Camping - Dänemark

Vejers Strand Camping...
Vejers Strand Camping...
... mitten in den Dünen.
... mitten in den Dünen.
Storebæltbrücke
Storebæltbrücke
Øresundbrücke
Øresundbrücke
Schwedens Südküste
Schwedens Südküste


Von der stürmischen Nordseeküste wenden wir uns ostwärts, durchqueren das dänische Festland und die Inseln Fünen und Seeland, bevor wir uns nach der imposanten Øresundbrücke an der sonnigen Südküste Schwedens einen Platz für die Nacht suchen. – Gar nicht so einfach an einem Freitagabend im dicht besiedelten Süden zwischen Malmø und Trelleborg… Aber an der kleinen Küstenstraße liegt ein Parkplatz direkt hinterm Strand. Den teilen wir uns mit dort badenden Schweden, einem polnischen, einem österreichischen und einem weiteren deutschen Camper.
Später bummeln wir am schmalen Naturstrand entlang und sitzen dann noch lange an diesem milden Spätsommerabend mit offener Tür in MB – aus seiner Höhe haben wir den besten Blick über den Strandwall hinweg auf den malerischen Sonnenuntergang über’m Meer.
… bald darauf huschen lautlos Fledermäuse durch die Nacht.
..

Schwedens sonnenverwöhnte Südküste. – Für diesen schönen Landstrich nehmen wir uns Zeit.
Die schmale Küstenstraße windet sich durch malerische Fischerdörfer, folgt dabei eng dem Küstenverlauf und gibt so immer wieder herrliche Ausblicke zur Ostsee frei. Obstplantagen mit Apfelbäumen, die mehr Äpfel als Laub zu tragen scheinen, wechseln auf dem sanfthügeligen Land mit abgeernteten Kornäckern und Pferdekoppeln – und im Hintergrund immer wieder die im Sonnenlicht gleißende See.
Traditionelle Holzhäuschen, in zartem Pastell gestrichen, liegen in blütenreichen Gärten. Stehen sie in Hafennähe direkt an der Straße, schmücken sie sich zumindest mit bunten Stockrosen, zwischen denen oft auch eine Hausbank steht. Die kleinen Häfen riechen nach Räucherfisch und Meer. Trutzige Wälle aus Findlingen schützen sie als Wellenbrecher vor den heranrollenden Wogen der Winterstürme.

Vom Smygehuk, der Südspitze Schwedens, sind es laut Reiseführer 1572 Kilometer zum nördlichsten Punkt im Dreiländereck, dem Treriksröset. Direkt am Strand vom Smygehuk steht das historische Køpmansmagazin, ein stattliches, 200jähriges Speichergebäude, in dem die Kaufleute ihre Schmuggelwaren lagerten…

Später in Østerlen werden die Hügel höher, erinnern uns an Endmoränen-Landschaften. Beim kleinen Fischerdorf Kaseberga fallen sie als steil abgebrochene Sandklippen in die See. Oben auf dem kahlen, vom heftigen Seewind gezeichneten Plateau thront weithin sichtbar Ales stenar, eine Steinsetzung aus 59 massiven Steinstelen in Form eines Schiffsrisses. Wahrscheinlich aus der Wikingerzeit stammend ist heute nicht mehr klar, ob es ein Wikingergrab oder doch ein Sonnenkalender ist – oder Beides… ?

Schwedens sonnenverwöhnte Südküste

Abend am Meer nahe Trelleborg
Abend am Meer nahe Trelleborg
Historisches Køpmansmagazin
Historisches Køpmansmagazin
Ales stenar
Ales stenar
Hintergrundinfo
Hintergrundinfo
Schwedens Südwesten
Schwedens Südwesten


Wir folgen dem Küstenverlauf gen Norden und die Landschaft verändert sich zusehens. Ausgedehnte Wälder bedecken den mehr und mehr felsigen Grund, die Täler schneiden tiefer in die Landschaft und immer wieder blinken Wasserspiegel durch die oft mächtigen Bäume.
Stand in Dänemark und Südschweden die Heide noch in voller Blüte, mischt sich gen Norden Tag für Tag mehr Gelb in das Laub der Birken und die Farnwedel stehen wie filigrane Bronzeskulpturen im Sonnenlicht am Waldweg.

Der stille Wanderparkplatz tief im Wald passt uns gut für die Nacht. So sitzen wir zum ersten Mal auf unserer Tour im Dunklen mit einem Feierabendbier auf Elchwache…
Um Neun ist es stockdunkel mit einem grandiosen Sternenhimmel über dem nachtschwarzen Wald. Halb Sechs dafür taghell. Die Elche haben sich ein Mal mehr gut versteckt – und wahrscheinlich wenige Meter neben uns im Wald schlappgelacht, frei nach dem Motto: Die schon wieder…

Hatten wir doch wegen unseres Gewichts den Trinkwassertank nicht ganz gefüllt… und das in den letzten Tagen erfolgreich verdrängt… jetzt sind wir zu tief im Tank unterwegs… der war zwar akribisch saubergemacht, aber doch sind jetzt dunkle Brösel im Wasser – woher auch immer – nun, der zweckentfremdete Teebeutel rettet erst einmal unseren Morgenkaffee…

Rosersberg Slott & Uppland

Das sieht schon nach Schweden aus...
Das sieht schon nach Schweden aus...
... das auch!
... das auch!
... hilft erstmal
... hilft erstmal
Rosersberg Slott
Rosersberg Slott
Bronzeskulpturen
Bronzeskulpturen


Uppsala mit Linné’s historischem Garten und der eng mit diesem verbundene Botanische Garten am Schloss sind gesetzte Wegpunkte. Linnè selbst ließ diesen historischen Garten zu Lebzeiten nach seiner Binären Nomenklatur der Pflanzennamen gestalten. Derart mit Gattungs- und Artnamen versehen werden bis heute weltweit Pflanzen zweifelsfrei zugeordnet. Nach einer wechselvollen Vergangenheit ist dieser geschichtsträchtige Garten in der von Linné gesetzten Form nach seinen detaillierten Aufzeichnungen Anfang des 20. Jahrhunderts rekonstruiert worden und gehört heute wieder zur Universität.

Leider hat er ausgerechnet montags geschlossen. Umgeben von einem hohen, dichten Zaun gewährt einzig das Portal einen sehnsüchtigen Blick ins Innere…
… und dann entdeckt Jörg im Schatten hoher Bäume den Meister persönlich!
Der Botanische Garten ist frei zugänglich, aber auch hier haben Orangerie und Linnéanum montags geschlossen. – Das sollten wir nächstes Mal anders planen. Trotzdem war es eine gute Idee, den Knotenpunkt Stockholm an einem Sonntag ohne Berufsverkehr mit weniger Stau zu passieren.
Und dann erzählt uns der dänisch-schwedisch-stämmige Gärtner aus Marburg, der sich seit mehr als 30 Jahren im Botanischen Garten um die Pflanzen kümmert, mit noch immer stark hessischem Einschlag vom ältesten Baum dort, einer Lübecker Sommerbergamotte. Als junger Baum hat sie im ausgehenden 18. Jahrhundert Linné selbst noch erlebt…

Carl von Linné in Uppsala

Die Orangerie im Botanischen Garten
Die Orangerie im Botanischen Garten
Ältester Baum aus Linné's Zeiten
Ältester Baum aus Linné's Zeiten
Das königliche Schloss
Das königliche Schloss
Linné's historischer Garten
Linné's historischer Garten
... der Meister selbst?
... der Meister selbst?


Weiter im Norden malen Herbstfarben die Flechten und Beerensträucher auf sonnigen Halden und Mooren bunt.
Aus den Hügeln werden ansehnliche, dicht bewaldete Berge, deren Böden mehr Geröll als Erde aufweist – manch ein Brocken ist größer als MB. Doch tapfere Kiefern und die kleinen Beerensträucher finden noch immer Nahrung genug und Halt für ihre Wurzeln. – Etliche Zeit fahren wir durch diese verwunschenen Sagenwälder, in denen sicher so manch ein Troll zu Hause ist.
Dann öffnet sich der Wald und gibt einen kleinen Ausblick auf die landschaftlich sehr reizvolle Hohe Küste frei.

Malerisch säumen die typisch roten Holzhäuser in Bönhamn den geschützten Naturhafen und liegen verstreut zwischen den rundgeschliffenen Felsen am Hang. Bunte Flechten und Moose überziehen die Steinflächen und die Heide steht nahezu verblüht. Das Wasser ist so klar, dass wir bis auf den Grund sehen können. Kleine Fischerboote liegen an den Stegen vor den Häusern vertäut und dazwischen im Land stehen überall Holzgestelle zum Trocknen des Stockfischs bereit.

Bönhamn & die Hohe Küste

Geschützter Naturhafen
Geschützter Naturhafen
Urgemütlich
Urgemütlich
Ein Haus, ein Steg, ein Boot...
Ein Haus, ein Steg, ein Boot...
Stockfisch-Gestelle
Stockfisch-Gestelle
Felsige Hohe Küste
Felsige Hohe Küste


Auf dem Rückweg über diese in ihrer Schroffheit so schöne Halbinsel schlägt Jörg sich wieder auf kleinsten „Straße ohne Namen“ durch diese sagenhaften Wälder und manchmal zeigt unser Navi ratlos Grün, wenn es die alten Rückewege nicht mehr finden kann.
Umea sollte heute Abend südlich von uns liegen.
Am
alten Hafen im geschichtsträchtigen Örtchen Ratan wollen wir übernachten. – Ratan, das ist eine Hand voll Häuser, gut 50 Einwohner und eine lange maritime Tradition. Als „Der Hafen von Norrland“ war es einst geschäftiger Knotenpunkt im Warenumschlag zwischen Binnenland und den Seestädten, heute träumt es still von diesem vergangenen Ruhm…

Nordwärts ändert sich das Landschaftsbild weiter. Die Tannen und Fichten werden so schlank und hoch, wie wir sie nur aus schneereichen Gebirgsregionen kennen. Immer häufiger aber auch durchsetzt von Laubbäumen, meist Birken – mitunter schon in sattem Herbstgelb. Im Wald sind die Laubfarben deutlich verhaltener als in den offenen, sonnigen Flächen und Mooren…
Vor Lulea setzt heftiger Seitenwind ein, der von Jörg volle Aufmerksamkeit verlangt. Derbe Böen rempeln gegen MB… tückisch in diesem Wechsel von dichten Wäldern und offenen Windschneißen
konzentriert lesen wir die Landschaft, beobachten die Bewegung in den Bäumen und versuchen, den Böen immer einen Schritt voraus zu sein.
Dann geht die Landschaft mehr und mehr in Taiga über. Weite Moorflächen, zwischen deren tiefbraunen Wassern Inseln aus Schilf und Reetgras liegen, überziehen immer größere Flächen.
Zur Nordküste des Bottnischen Meerbusens dominiert dann wieder dunkler Kiefernwald. „Arctic Wood“ verkündet eine große Tafel am Wegesrand.
..
Wir übernachten auf der kleinen Ostsee-Insel Säskarö am Puukkofjärden. Abends erkunden wir den mit runden Felsbrocken durchsetzten Küstenwald und halten in dieser Nacht zum ersten Mal, trotz besseren Wissens, nach Polarlichtern Ausschau. – Sollte sich doch eines in der Zeit verirrt haben, wollen wir es auf keinen Fall verpassen!

Nordufer des Bottnischen Meerbusens

Tiefbraunes Moorwasser
Tiefbraunes Moorwasser
Winternadelbäume
Winternadelbäume
Steinufer von Säskarö
Steinufer von Säskarö
Blick zum Meer
Blick zum Meer
Der Fahrwall nach Säskarö
Der Fahrwall nach Säskarö


Im Inselwald, auf der schmalen Sandpiste, läuft uns dann doch am nächsten Vormittag eine Elchkuh mit ihren beiden Kleinen über den Weg – wobei „klein“ in diesem Fall sehr relativ ist! Ohne Eile verschwinden sie in lässigem Trab zwischen den dichten Stämmen, das Muttertier äugt noch einmal argwöhnisch zu uns zurück, dann werden sie quasi unsichtbar…
Unsere ersten Elche! Und dann gleich drei! – Wir haben für Stunden ein Dauer-Elch-Grinsen im Gesicht!

Bei Haparanda-Tornio wechseln wir nach Finnland über, auch das eine Premiere – und werden zum ersten Mal nach unseren Impfzertifikaten gefragt.
Kurz darauf machen wir am breiten Unterlauf des Kemijoki Rast. Beeindruckend, wie sich dieser mächtige Strom still und erhaben dem Meer entgegenschiebt. – Er strahlt so unendliche viel Ruhe aus…

Nun sind wir in Lappland, besser gesagt in Lappi, wie die Finnen ihr Lappland nennen. Im Kemijoki haben wir eine erste Lachsfarm liegen sehen und im Wald die ersten Rentierspuren und die einer mittelgroßen Pfote mit beachtlichen Krallen entdeckt…

Tornio bis Rovaniemi

Der mächtige Kemijoki und...
Der mächtige Kemijoki und...
... seine schroffen Ufer.
... seine schroffen Ufer.
... hmmm...
... hmmm...
Felsbrocken in den Wäldern
Felsbrocken in den Wäldern
Wer war das?
Wer war das?



Der Wald wird lichter, ist aber noch immer mit kantigen Gesteinsbrocken durchsetzt. Auf der schmalen Straße, die ihn auf einem Damm durchzieht, begegnen uns immer weniger Autos. Wir sind auf dem Weg zum Polarkreis nördlich von Rovaniemi, der Hauptstadt finnisch Lapplands.
Direkt am Polarkreis wurde die E75 verlegt und ausgebaut. Die alte Trasse mitsamt des historischen Hinweisschildes ist leider zum Radweg degradiert…

Bei strahlendem Sonnenschein und milden Spätsommertemperaturen passieren wir diesen Sehnsuchts-Wegepunkt unserer Reise – in T-Shirts…
Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt…
Im Weihnachtsmanndorf – Joulupukin Pajakylä – geht es rummelig touristisch zu, so dass wir bald weiter auf dem Weg nach Norden sind.

Kaum haben wir den Polarkreis passiert, treffen wir auf Motorschlittentrassen, die diese Hauptroute einfach mal so queren, blau markiert – und gut ist’s. Rentiere laufen ohne Scheu vor uns über die Straße und abends am Perunkajärven merken wir, dass wir mit Finnland in eine neue Zeitzone eingefahren sind – und haben’s mal wieder verpennt…
Diesen ereignisreichen Tag mit unserer ersten, so heiß ersehnten Elchsichtung, unserem ersten Mal Finnland, unserer allerersten Polarkreispassage und unseren ersten Rentieren feiern wir gebührend im Sonnenuntergang am Perunkajärven!

Am Polarkreis

Polarkreis-Passage
Polarkreis-Passage
Typische Lappland-Kreuzung...
Typische Lappland-Kreuzung...
... mit Motorschlitten-Trassen
... mit Motorschlitten-Trassen
Einsame Weite
Einsame Weite
Feierabend am Perunkajärven
Feierabend am Perunkajärven


Am nächsten Morgen hat sich Eisnebel über den See gelegt, wir haben 2 Grad Minus, doch hoch über uns ist das Blau des Himmels zu ahnen. Während ich den Nebelsee fotografiere, höre ich – nichts…
Stille…
Tiefe Stille…
Später, als die höhersteigende Sonne Bewegung in den Nebel bringt, rollt er imposant von den hügeligen Flanken des Uferwaldes über den See. Hinter mir tropft der schmelzende Raureif deutlich hörbar von den Bäumen und irgendwo im Nebel auf dem See trompeten zwei Singschwäne.

Die ausgedehnten Moore reduzieren die Möglichkeiten, nach Norden zu fahren auf wenige Straßen. Kleine enden in der Regel als Stichstraßen in einer entfernten Siedlung oder an einem See und nützen uns daher nichts in unserer Richtung. So folgen wir weiter der beschaulichen E75 zum Inarisee und entdecken dabei, dass sie sich zwischen Aska und Sodankylä zu einer Notlandbahn verbreitert.
Auch Rentiere schlendern gemütlich die E75 entlang oder wechseln über und lassen sich von den seltenen Autos kaum stören…

Vom Perunkajärven nordwärts

Eisiger Nebel
Eisiger Nebel
Wer seid ihr denn?
Wer seid ihr denn?
Am Perunkajärven
Am Perunkajärven
... malerisch...
... malerisch...
Immer diese Fußgänger ;-)
Immer diese Fußgänger 😉


Mit jedem Kilometer kommen wir nun tiefer in den Indian Summer, in ein unglaubliches Feuerwerk aus prächtigen Herbstfarben, die selbst bei bedecktem Himmel wenig von ihrer Intensität und Strahlkraft verlieren.
Im Sonnenschein erscheinen manche fast unwirklich…

Indian Summer in Sápmi

Farbenprächtige Moore...
Farbenprächtige Moore...
... und bunte Wälder
... und bunte Wälder
Leuchtende Birken im Sonnenschein
Leuchtende Birken im Sonnenschein
Zauberwald
Zauberwald
Indian Summer
Indian Summer


Wir haben unglaubliches Glück mit dem Wetter! Lange Phasen Sonnenschein plus nachts sehr niedrige Temperaturen bis in den Frostbereich hinein sind die besten Voraussetzungen für einen spektakulären Indian Summer!
Mehrfach sind wir mit Einheimischen über diese Farbenpracht ins Gespräch gekommen, haben uns alle daran gefreut und immer wieder gehört, dass dies ein Herbst mit besonders intensiven Farben ist – eben aufgrund dieses genialen Wetters.
– Was für ein Geschenk!!

Auf dem Weg nach Tankavaara könnten wir alle paar hundert Meter anhalten und diesen Farbenrausch auf Fotos verewigen…
Das historische Goldgräbercamp ist ein gesetzter Wegepunkt von Jörg – er möchte Gold waschen!

Vor gut hundert Jahren war Tankavaara Finnlands Zentrum des Goldrauschs.
Heute ist es eine Ansammlung rustikaler Blockhäuser im Stil einer alten Westernstadt, doch mit viel Liebe zum Detail – auf dem ganzen Areal. Den Weg zu dem kleinen Bach, an dem die für Hobby-Goldgräber zugängige Schürfstelle liegt, begleiten originalgetreue Nachbauten historischer Häuser aus den legendären Goldgräbercamps dieser Welt. – Tolle Idee!
Noch immer werden Claims in dieser Gegend an zugelassene Goldgräber verpachtet.
Wir verschieben das Goldwaschen aber besser auf morgen, die Sonne ist bereits untergegangen und die Temperatur nahe am Gefrierpunkt…

Tankavaara, das Goldgräbercamp

... damals war's...
... damals war's...
Respektable Tischgenossen!
Respektable Tischgenossen!
Gold chain of the world
Gold chain of the world
Wow!
Wow!
Historische Technik
Historische Technik

Abends gönnen wir uns ein Essen in diesem urigen Restaurant, in dem wir uns für die Nacht angemeldet hatten – und sind begeistert! Dieser Koch versteht sein Handwerk! Als Nachtisch gibt es ‚Lappland’s Traum‘ und so lernen wir ‚Lappland’s Gold‘ der anderen Art kennen – Lakkoja – Moltebeeren – hmmm…

Am nächsten Morgen ist der Tümpel, in dem das Gold gewaschen wird, überfroren und Jörg muss erst einmal mit den Füßen das Eis brechen, bevor er waschen kann. Aber die Sonne scheint und wärmt ein bisschen…
Ein Campmitarbeiter zeigt ihm vielversprechende Stellen, an denen er schürfen kann und dann die Schritte, wie man am Besten das Gold aus der steinigen Erde herauswäscht, ohne es zu verlieren. – Mehr als eine Stunde später sind dann ein paar Minikrümel tatsächlich die Ausbeute des grinsenden Goldschürfer-Jörgs – und steifgefrorene Finger…

Diggin' for gold

Das... wird kalt!
Das... wird kalt!
Graben an einem vielversprechenden Platz...
Graben an einem vielversprechenden Platz...
das Grobe rauswaschen...
das Grobe rauswaschen...
... dann vorsichtig spülen...
... dann vorsichtig spülen...
und - wer findet die drei Mini-Goldkrümelchen?
und - wer findet die drei Mini-Goldkrümelchen?


Immer tiefer sinkt die Baumgrenze auf den Hügeln durch die wir fahren. – Wir bewegen uns im Grenzbereich zwischen Taiga und Tundra. – Auch der wenige Kilometer hinter Saariselkä liegende Kaunispää ragt mit seinen gerade einmal 437 Metern weit über die Baumgrenze hinaus. Niedrigen arktischen Wälder umgeben die Füße der höheren Hügel, ziehen sich über die flacheren und füllen die Senken. Weiter oben zieren bunte Moose und Flechten, rotleuchtende Preiselbeersträucher und fahlgelbes Gras die runden Kuppen.
Mit seiner Höhe ist der Kaunispää einer der Triangulationspunkte, deren Netz zur Vermessung der Welt sich seit Jahrhunderten über die Kontinente zieht. – Historische Basis unserer Karten.

Der hölzerne Messturm bietet etliches an Information und – eine grandiose Fernsicht!
Von oben entdecken wir die Steinzeichen im niedrigen Bewuchs, schon stehen die Schneefang-Gatter, die in den harten Wintern die schmale Zufahrsstraße sichern, gleich daneben zieht sich eine Motorschlittentrasse mit ihren roten Markierungskreuzen über den bunten Hang.

Kaunispää

Weiter durch den Indian Summer
Weiter durch den Indian Summer
Blick vom Kaunispää
Blick vom Kaunispää
Historischer Vermessungspunkt
Historischer Vermessungspunkt
Schneefanggatter und Motorschlittenpiste
Schneefanggatter und Motorschlittenpiste
Zwischen Teiga und Tundra
Zwischen Teiga und Tundra


Richtung Inarisee umgeben uns dann wieder diese dunklen, tiefgrünen Wälder, aus denen verstreut stehenden Birken hell aufleuchten. Kark und mit urigen Felsbrocken übersät sind die Böden, ziehen sich als wahre Geröllhalden bis in viele Seen. – Lange Monate regieren hier Eis und Schnee und halten alles Leben fest in ihrem Bann…

Wir verbringen einen geruhsamen Abend direkt am Ufer des Inari und erleben einen schönen Sonnenuntergang. Heute stehen wir auf einem Campingplatz um noch einmal Trinkwasser zu bunkern, wissen wir doch nicht, ob weiter im Norden die Leitungen auf den Serviceplätzen schon wegen Frost abgesperrt sind.

Abend am Inari

Wälder, Seen...
Wälder, Seen...
... und Felsbrocken
... und Felsbrocken
Weiter Himmel über dem Inari
Weiter Himmel über dem Inari
Durch die Blume...
Durch die Blume...
Sanftes Abendlicht
Sanftes Abendlicht


Morgens noch eben die zu fahrenden Kilometer peilen und Tankmöglichkeiten unterwegs checken – und dann auf nach Grense Jakobselv ans Eismeer!
Wenig später verlassen wir kurz vor Kaamanen die E75 und folgen der schmalen 971 nach Nordosten. Eng zieht sie sich auf ihrem Fahrdamm entlang der zerklüfteten Küstenlinie des Inarisees und seiner ausgedehnten Moore. – Hier umgibt uns eine urtümliche Natur, in der Wachsen und Vergehen ihrem natürlichen Rhythmus überlassen bleiben.

Die weiten Moore des Inari

Herbst von seiner schönen Seite
Herbst von seiner schönen Seite
Farbenprächtige Moore...
Farbenprächtige Moore...
... soweit das Auge reicht.
... soweit das Auge reicht.
Am Ufer des Inari
Am Ufer des Inari
Feuerwerk der Farben im Gegenlicht
Feuerwerk der Farben im Gegenlicht


Arktische Wälder mischen sich ab Partakko immer häufiger zwischen diese weiten Sumpfflächen.
In dieser einsamen, nahezu unberührten Natur können wir gut nachvollziehen, warum eine der Tausende zählenden Inseln im riesigen Inari ein heiliger Kultplatz der hier lebenden Samen ist…

Noch weiter im Norden, in Norwegen schon, wird die Landschaft schroffer, bizarre Felsbrocken dominieren die Böden, die vielen Flüsse bahnen sich kraftvoll ihren Weg darum herum.
Der breite Skoltefossen bei Neiden ist unser erster großer Wasserfall.
Lautstark rauschen seine Wassermassen über die Felsstufe herab, schleudern Gischt in die klare Luft und schießen schäumend zwischen den Felsen unterhalb des Falls hindurch. Auf einem der Felsen, etliche Meter vom Fall entfernt, wo die reißenden Wasser sich allmählich beruhigen, hat ein großer Steinadler Stellung bezogen und beobachtet aufmerksam, was der Skoltefossen ihm heute servieren wird.

Arctic Wood und Skoltefossen

Das Sonnenlicht eingefangen
Das Sonnenlicht eingefangen
Kark und schroff
Kark und schroff
Der tosende Skoltefossen...
Der tosende Skoltefossen...
... in seiner ganzen Ausdehnung.
... in seiner ganzen Ausdehnung.
Wunderschönes Land
Wunderschönes Land


Zum Eismeer hin steigen die Berge wieder höher an und lassen die niedrigen Laubwälder an ihren Flanken zurück. Bunte Beerensträucher und Flechten klettern noch bergan, doch die Vegetationsdecke ist spärlich, überall zeigt sich nun der kahle, von Wind und Eis rundgeschliffene, graue Fels.

Bald wird die E6 zur reizvollen Küstenstraße, führt uns um den sumpfigen Botn, das landseitige Ende des Neidenfjorden, und dann an seinem abwechslungsreichen Ostufer entlang.
Still und erhaben liegt der tiefblaue Meeresarm zwischen den aufragenden Bergen.
Von seiner Mündung, vom Eismeer her, weht eine eisige Luft, die uns trotz des strahlenden Sonnenscheins daran erinnert, wo wir sind…

Zwischen den Fjorden müssen wir von nun an immer wieder über’s Fjell steigen, die letzten Ausläufer des skandinavischen Faltengebirges trennen sie.
Wenige Kilometer hinter Hesseng zweigt die E6 nach Kirkenes ab. Uns führt nun die E105 ostwärts durch ein so typisches Stück Fjordnorwegen: Ein langer Tunnel durchquert den Berg, kaum kommen wir wieder ans Tageslicht, geht’s auch schon mit einer massiven Stahlbrücke über einen breiten, rauschenden Fluss…

Fjorde und Fjell am Eismeer

Der Botn des Fjords
Der Botn des Fjords
Tiefblauer Neidenfjorden
Tiefblauer Neidenfjorden
Hinauf ins Fjell
Hinauf ins Fjell
Am Sandneselva
Am Sandneselva
Endpunkt der EU
Endpunkt der EU


Kurz darauf stehen wir vor der russischen Grenze. – Schon ein eigenartiges Gefühl, wenn dann ganz normal auf dem Wegweiser Murmansk steht…
In Sichtweite der Grenzstation zweigt die schmale 886 nach Grense Jakobselv ab. Durch leuchtendgelbe Birkenhaine führt sie uns hinab zum Ufer des Jarfjorden, der im Sonnenschein daliegt, als wäre ein Stück vom Himmel herabgefallen. Streckenweise schmiegt sich das Sträßchen eng an das tiefe Gewässer, landseitig oft von Fels und Geröll bedrängt.

Dann, nach Tarnet, bringt sie uns wieder hinauf in die Berge und gibt damit immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf den nun dunkel erscheinenden Fjord und die mystisch vom Gegenlicht verzauberte Felslandschaft frei.

Traumstraße am Jarfjorden

Mit der schmalen 886...
Mit der schmalen 886...
... am Ufer des Jarfjorden entlang.
... am Ufer des Jarfjorden entlang.
... hmmm, appetitlich!
... hmmm, appetitlich!
Im Fjell über dem Fjord
Im Fjell über dem Fjord
Malerische Fjordlandschaft
Malerische Fjordlandschaft


Je weiter wir nach Nordosten kommen, desto karger wird das Land. Fels dominiert nun die Höhenlagen. Dort kämpft die Vegetation am Limit und beschränkt sich an den Bergflanken auf arktische Zwergformen.
In den Niederungen begleiten uns noch die fröhlichen Farben des Indian Summers durch die lichten, niedrigen Laubwäldern.
Die schmalen, einsamen Pisten durch dieses menschenleere Land bieten wortwörtlich hautnah an der spektakulären Natur jede Menge Fahrspaß. Oft genug führen unbefestigte Wege abseits an sehenswerte Orte, manchmal nur eine Fahrspur zu einem abgelegenen Angelplatz…

Unterwegs im Fjell

Vom Eis gezeichnet
Vom Eis gezeichnet
Vegetation am Limit
Vegetation am Limit
Arktisches Stilleben
Arktisches Stilleben
Bildschöne Landschaft
Bildschöne Landschaft
Straßen mit Fahrspaß
Straßen mit Fahrspaß


Ab Björnstad wird aus der schmalen Straße eine ausgefahrene, mit Schlaglöchern übersäte Sand-Geröll-Piste, die dem flachen Westufer des Jakobselv folgt. – Die hohen Bergflanken am anderen Ufer, keine 30 Meter von uns, sind schon russisches Hoheitsgebiet. Die Grenze zieht sich in der Mitte des gewundenen Flusslaufes entlang. Angeln und etliches mehr ist hier strikt verboten.

Nach wenigen Kilometern liegen im niedrigen, arktischen Laubwald verstreut einzelne Holzhäuser. Die schiefergraue Steinkirche thront weithin sichtbar darüber am Hang, wie ein erster Gruß an alle, die den weiten Weg nicht gescheut haben.

Grense Jakobselv

Grenzfluß Jakobselv
Grenzfluß Jakobselv
... autenthisch...
... autenthisch...
Am Horizont die Kirche
Am Horizont die Kirche
Wir sind da!
Wir sind da!
MB steht am EISMEER!
MB steht am EISMEER!


Nur noch ein paar Kurven und dann öffnet sich das Eismeer vor uns…
Wir sind da!
Wirklich.
In kaltem Blaugrün erstreckt sich die Barentssee bis hinter den Horizont – dort liegt die Arktis.
Ein unbeschreibliches Gefühl! – Dankbar in dem Bewusstsein, dass es uns im friedlichen Europa unserer Zeit möglich ist, eine derartige Reise über alle Grenzen hinweg machen zu können – und überwältigt von der enormen Weite und Klarheit dieser wettergezeichneten Felsküste.

Wogen, Eis und Sturm haben die grauen Felsen glatt geschliffen. In unregelmäßigen Stufen fallen sie jetzt bei Ebbe ins Meer hinab. Träge brechen sich die massigen Wogen daran. – Wir haben nahezu Windstille. – Am Eismeer! – Im September. Mit Sonnenschein bei 8° – plus…
Wie sagte vorhin der junge Norweger, der uns einladend neben seinen Sprinter gewunken hatte?: „A perfect day for swimming.“ …
Draußen auf einem vorgelagerten Fels hocken Kormorane dicht an dicht und wenn sich doch einmal eine der schweren Wogen an ihrem Eiland bricht, schütteln sich die nass geplantschten Gesellen schimpfend und breiten ihre schwarzen Schwingen im Sonnenschein aus.
Vor der Küste patroulliert eine Kegelrobbe und behält neugierig das Treiben auf dem hohen Ufer im Blick.
Jenseits der Bucht bauen sich die runden Höhenzüge des Kosinfjellet wie Kulissen hinter dem Kobbholmfjorden auf – in immer lichter werdendem Graublau verschwimmen sie im Dunst der Ferne…





Reiseinformationen

Das Übersetzen über den Nord-Ostsee-Kanal ist eine kostenlose Serviceleistung.
Für die Storebæltbrücke werden 245,00 DKK, knapp 35,00 € berechnet, die per Kassenautomat auch in bar an der Brücke bezahlt werden können.
Für die Øresundbrücke waren 395,00 DKK = 54,38 € Maut direkt an der Brücke per Karte fällig.
Vejers Strand Camping kostete für eine Nacht ohne Strom mit 2 Erwachsenen (die jedenfalls meist so tun, als ob… 😉 ) 209,00 DKK, alternativ kann man problemlos 31,00 € zahlen.

Ende Oktober kamen die Mautabrechnungen der Swedish Transport Agency für September: Citymaut Stockholm 0,90 €, Infrastrukturmaut Motala-Brücke und Sundsvall-Brücke ebenfalls 0,90 €. 😉