Weihnachts-Wintertour 2019 / 2020

Unser erster Winter mit MB. Die Heizung ist repariert und die Aufbaubatterie ausgetauscht – Zeit für den Praxistest als Wintercamper.
Für’s Christfest sind wir im Vogtland verabredet und wollen dann im Neuen Jahr weiter Richtung Süden fahren: Alpen, Schnee und Frost – gucken, was geht.
Zwischen Weihnachten und Neujahr nehmen wir uns aber erst einmal Zeit für einige besonders charakteristische Ecken des Vogtlandes. Das herrliche Wetter läd geradezu ein, auf Tour zu gehen.
Dicht an der Böhmischen Grenze gibt es einen verschlafenen Ort, nur eine Hand voll alter Höfe, die unter Denkmalschutz stehen. Läuft man anderthalb Kilometer weiter, ist man schon in Böhmen.
Natürlich darf bei diesem Wetter, bei dieser grandiosen Fernsicht Schöneck, die Stadt meiner Kindheit und zugleich höchster Punkt des Vogtlandes nicht fehlen. Der ‚Alte Söll‘, einst Burgfelsen, bringt es auf stolze 734 Meter. Von dort oben kann unser Blick ungehindert vom Hochwald der ‚Hohen Reuth‘ über die sanften Hügelketten des südlichen Vogtlandes schweifen. Dahinter am Horizont reihen sich in dunstverschleiertem Blau-Grün die bewaldeten Höhenzüge Böhmens aneinander, bis sie im Westen nahtlos in die fränkischen Wälder und Berge übergehen.

Winterreise - Vogtland

Mal wieder Parken am Paulusschlössl
Mal wieder Parken am Paulusschlössl
typischer vogtländischer Hof
typischer vogtländischer Hof
Schöneck im Vogtland
Schöneck im Vogtland
durch den Hochwald
durch den Hochwald
eisiges Ebersbächl
eisiges Ebersbächl


So schön sich das Vogtland in diesen Tagen mit klarem Frost und strahlendem Sonnenschein auch präsentiert, uns zieht es weiter.
Die Alpen im Schnee.
Unser erster Stopp auf dem Weg gen Südwesten liegt am ‚Kleinen Brombachsee‘. Die Heizung macht es bereits auf Stufe 2 mollig warm und läuft später problemlos und absolut ausreichend auf Stufe 1 während der ganzen Nacht.
Morgens liegt kalter Dunst, den das intensive Licht des Sonnenaufgangs leuchten lässt, über dem stillen See. Wir haben 2° unter Null.
Beim Kaffeekochen streikt der Herd nach kurzer Laufzeit. Fehlermeldung: Unterspannung. – Und tatsächlich ist unsere neue Aufbaubatterie im roten Bereich. Also starten wir diesen Tag mit herrlichen Winterfarben im Sonnenschein – und lauwarmem Instantkaffee. Währenddessen quittiert unsere Heizung den Dienst und sagt uns, dass wir losfahren sollten.
Aber nach 16 Stunden Laufzeit, inklusive Kühlschrank, Abendessen kochen und, der Jahreszeit geschuldet, langen Stunden Innenbeleuchtung ist diese Leistung für uns ok, hat die neue Batterie diesen gezielten Crashtest bestanden.
Wie lange wird wohl der Ladezyklus dauern …? – 15! Minuten! Wow! – Dank Ladebooster ist diese riesige Batterie tatsächlich nach nur einer viertel Stunde Fahrzeit wieder im grünen Bereich. Das begeistert – und beruhigt.

Winterreise – Bayern & Schwarzwald

Morgen am Brombachsee
Morgen am Brombachsee
Passt?
Passt?
schöne, historische Fassade
schöne, historische Fassade
;-D
;-D
am Adler in Bärental
am Adler in Bärental

Bald ist das Land von Raureif bedeckt, Eisnebel verzaubert die Landschaft mit diffusem Sonnenlicht und legt sich dick um Zweig und Halm. Im Altmühltal haben wir noch immer -2°. Bei Oettingen wird der Nebel dann aber so dicht, dass er seinen Zauber und jegliche Sicht verliert. Vorsichtig tasten wir uns durch diese dichte, frostige Suppe, die uns mehr oder minder bis ins Ländle begleitet.

Winterreise – Schwarzwald-Impressionen

Bäume mit Bärten
Bäume mit Bärten
versteckter Wasserfall
versteckter Wasserfall
Landidylle
Landidylle
malerischer Bachlauf
malerischer Bachlauf
wunderschönes Wehratal
wunderschönes Wehratal


Auf dem Weg zum Feldberg hoch tauchen wir dann endlich wieder aus diesem Nebel auf, haben blauen Himmel und Sonnenschein. Während in den Tälern unter uns noch bauschig-weiße Wolkenberge liegen und von hier oben betrachtet ganz friedlich und harmlos in der Sonne strahlen …
Der Titisee zeigt mit einem Hauch von Treibeis guten Willen und hoch oben lockt der Feldberg mit weißem Haupt. – Er ist dann auch zugeparkt und von Skifahrern überlaufen, die sich selbst im Flutlicht noch geballt auf den wenigen Schnee der Nordhänge stürzen. – Und wir verwerfen die Idee, heute Nacht hier oben stehenzubleiben …

Weiter talwärts entdecken wir ein idyllisches, historisches Gasthaus. Im traditionellen Schwarzwaldstil erbaut, lockt es uns mit uriger Gemütlichkeit und, obwohl die Familie das Haus als Hotel betreibt, bekommen wir von Johann You, dem Junior-Chef, so freundlich wie selbstverständlich das Okay, über Nacht auf dem Parkplatz stehenbleiben zu können. Wir genießen ein Abendessen, das eine Klasse für sich ist. Seither ist der Adler in Bärental ein fest verzeichneter Wegpunkt auf unseren Touren.
Am nächsten Morgen hat sich das Bild verkehrt, der Feldberg hüllt sich in dichten Nebel und wir machen uns auf in die Schweiz.