11.500km Skandinavien ~ Nordlandreise 2022

Danmark ~ Sverige ~ Aland ~ Soumi ~ Norge ~ Sápmi
Norwegens Traumküsten vom Eismeer zum Nordatlantik ~ Lofoten ~ entlang der Nordsee bis zum Skagerrak

Best of Nordlandreise 2022

Abendstimmung an Südschwedens Küste
Abendstimmung an Südschwedens Küste
Im Langhaus der Trelleborg
Im Langhaus der Trelleborg
Blaue Stunde an der Bottnischen See
Blaue Stunde an der Bottnischen See
Einfach anschauen und genießen...
Einfach anschauen und genießen...
Stolze, alte Lady – die Pommern!
Stolze, alte Lady – die Pommern!
Verschwiegener Nachtplatz auf Aland
Verschwiegener Nachtplatz auf Aland
Seereise durch Alands Schärenlabyrinth
Seereise durch Alands Schärenlabyrinth
Leuchtenrosa Flockenblume
Leuchtenrosa Flockenblume


Es wird ein wenig dauern bis das Best of steht – und die ganze Reise auf der Seite eingestellt ist…
Allein auf meinem Handy habe ich nahezu 3000 Fotos. Mit den diversen Speicherkarten der Nikon sind es dann knapp 10.000…
Das sind viele?
Nicht wirklich! – Es ist noch nicht einmal ein Foto pro Kilometer – und es gab so viel mehr Sehenswertes auf unserem langen Weg!!

Norddeutschland, Dänemark und Südschweden fahren wir diesmal im Transit. Wir sind im Juli aufgebrochen, Haupturlaubszeit, entsprechend überlaufen sind diese Urlaubsregionen jetzt. Aber wir wollen ja weiter. – Viel weiter. L a p p l a n d lockt!!

Einzig für die Trelleborg legen wir diesmal einen Stopp ein. Diese wissenschaftlich fundierte Replik der vor tausend Jahren untergegangenen Wikingerburg interessiert uns.
Exakt an der Stelle, an der bei Ausgrabungen deutliche Spuren der ursprünglichen Burg gefunden wurden, erhebt sich jetzt der massige Bau mit seiner trutzigen Palisade aus Baumstämmen, die den breiten Erdwall nach außen hin schützen. Vier Tore in jede Himmelrichtung waren damals die Zugänge. Heute gibt es einen, ist doch nur ein Viertel der knapp 150 Meter im Durchmesser zählenden Ringburg rekonstruiert – mitten im heutigen Trelleborg und so verläuft direkt hinter dem Burgmuseum der vielbefahrene Bryggaregatan, der damals als große Einfallstraße zur besseren Warenkontrolle direkt durch die Burg führte.
Im Inneren ist für alles gesorgt: Im Fischteich tummeln sich unzählige, silbern schimmernde Fischchen und am Langhaus liegt ein Kräuter- und Gemüsegarten, hohe Kräuter wie Dost mit rustikalem Ratangeflecht gestützt. Der Drachenkopf schützt nicht nur die Langboote der Wickinger, auch hier am First des Langhauses übernimmt er die Wacht. Im offenen Raum des Langhauses brennt ein Feuer, über dem ein Eintopf im rußschwarzen Kessel schmort. Fleischbrocken, Rüben und Zwiebeln, gewürzt mit allem, was der Garten hergibt. Salz war teuer. Es riecht nach Lagerfeuer, das gedämpfte Licht im fensterlosen Haus und Felle auf den klobigen Holzbänken machen es heimelig…

Die Trelleborg

Massiver Trutzwall der Trelleborg
Massiver Trutzwall der Trelleborg
Sonniger Kräuter- und Gemüsegarten
Sonniger Kräuter- und Gemüsegarten
Langhaus nach historischem Vorbild
Langhaus nach historischem Vorbild
Drachenköpfe wachen auch hier
Drachenköpfe wachen auch hier
Heimelig ist's im Langhaus.
Heimelig ist's im Langhaus.
Tumult im Fischteich
Tumult im Fischteich
Martialisches Falltor
Martialisches Falltor
Wache innen über dem Eingang
Wache innen über dem Eingang


In großen Tagesetappen gehen wir nach Norden, folgen aber konsequent der windoffenen Küstenlinie – der Mücken wegen. Hier im dicht besiedelten Süden bleibt uns meist nur ein Campingplatz für die Nacht, dieser bei Oknö aber auch sehr schön am Meer gelegen.

Abend an Schwedens Westküste

An Schwedens Westküste
An Schwedens Westküste
Möwes Abendspaziergang
Möwes Abendspaziergang
Stilleben zur blauen Stunde
Stilleben zur blauen Stunde
Verträumte Ufer
Verträumte Ufer
Einfach anschauen und genießen!
Einfach anschauen und genießen!


Stockholm passieren wir mit wenig Stau an einem Sonntag und mit dem nächsten großen Schritt erreichen wir gegen Abend des Folgetages den Küstenort Grisslehamn und tatsächlich geht um 20.00 Uhr noch eine Fähre nach Storby auf Eckerö, der westlichsten der Aland-Inseln.
Gespannt sind wir auf diese Eilande, von denen man so wenig liest und wir bislang wissen…
Während der Tag allmählich ausklingt, versinkt die flache schwedische Küste hinter der Kimm. Eine ganze Weile begleitet uns noch eine zutrauliche Möwe hinaus auf’s Meer, dann erleben wir einen flammenden Sonnenuntergang. – Was für ein großartiger Auftakt für den kleinen Trawler, der sich auf den nächtlichen Weg zu seinen Fanggründen gemacht hat!
Mit dem letzten Licht das Tages umschifft unsere Fähre die ersten der mehr als 6700! Inseln, Inselchen und Schären der Alands.

Auf zu den Alands

Abendlicht in den Schären
Abendlicht in den Schären
Neugieriger Flugbegleiter
Neugieriger Flugbegleiter
... tschüss schönes Schweden!
... tschüss schönes Schweden!
Sonnenuntergang über der Bottnischen See
Sonnenuntergang über der Bottnischen See
Im letzten Licht die ersten Alandschären.
Im letzten Licht die ersten Alandschären.


Die präsentieren sich uns am nächsten Tag in warmen Rottönen. Die Schären scheinen unter ihrer Verwitterungsschicht zu glimmen. Wir fahren über rot asphaltierte Straßen, oft auf roten Steindämmen, und gehen entlang rotsandiger Strände…
Jahrmillionen alte Magmatite geben dem Alandgranit, auch Rapakivigranit, diese außergewöhnliche Färbung.

Alands rote Magmatite

Rote Schären
Rote Schären
Rote Straßen
Rote Straßen
Rote Strände
Rote Strände


Von Eckerö führt Hauptstraße Nr. 1 – es gibt ihrer 4 – über den Marsund auf die größte Insel, die dem Archipel ihren Namen gibt, und endet in der Hauptstadt Mariehamn. Eine der Sehenwürdigkeiten des beschaulichen Städtchens ist die sorgsam als Museumsschiff erhaltenen Pommern, einer der legendären Flying P-Liner der hamburger Reederei Laeisz.
Wer von Euch mich ein paar Tage länger kennt, weiß um meine Leidenschaft für diese majestätischen, formvollendeten Schwerwettersegler und so war es keine Frage, die Pommern zu besuchen.

Als letzte ihrer Art ist sie im Originalzustand, auch unter Deck, erhalten. Die Museumsmacher haben sich alle Mühe gegeben, das Bordleben authentisch darzustellen. Geht man Richtung Vordeck, quiekt es plötzlich lautstark neben einem aus dem Swinhuck, den viele Segler für Frischfleisch an Deck hatten. Laeisz hatte mit seinem ausgeklügelten Konstruktionskonzept nicht nur die schnellsten und sichersten Großsegler seiner Zeit gebaut, er hatte auch die Mannschaften aus den nassen, muffigen Quartieren unter Deck ins neu konzipierte Brückendeck, einen großen, flachen Aufbau mittschiffs, geholt. Nun waren die Quartiere trocken und gut zu lüften. Einer seiner Leitsätze für den Schiffsbetrieb hieß: Harte Arbeit, gutes Essen. Die Mannschaften waren handverlesen und geschätzt, nur so konnten diese Rennpferde der Ozeane ihr ganzen Potential ausschöpfen und so zuverlässig wie sicher auch durch schwere See gesegelt werden…

Die Pommern - einer der legendären Flying P-Liner

Stolze, alte Lady
Stolze, alte Lady
2t - Anker
2t - Anker
Robuste Ankerwinsch
Robuste Ankerwinsch
Stilleben in der Kombüse...
Stilleben in der Kombüse...
Wohldurchdachtes "Chaos"
Wohldurchdachtes "Chaos"
Tauwerklager im Zwischendeck
Tauwerklager im Zwischendeck
Beim Schiffszimmermann
Beim Schiffszimmermann
Eine der Mannschaftskojen
Eine der Mannschaftskojen
Salon der Manschaft
Salon der Manschaft
Käptn's Salon
Käptn's Salon

… ich gebe zu, es dauert eine ganze Weile, bis Jörg mich von der Pommern runterkriegen kann.
Aber jetzt ist wieder Aland dran.
Von Mariehamn führt ein kleines Sträßchen nach Süden, über rote Steinwälle und Brücken sind mehrere bewaldete Inselchen malerisch durch sie verbunden. Der kleine Ort Järsö ist der Endpunkt.

Verstreut liegen Holzhäuser im Wald auf den Schären. Typisch schwedisch Rot mit weißen Fensterumrandungen, einem Anleger und einem Boot – mindestens.
Jahrhunderte lang gehörten die Alands zu Schweden. Seit rund hundert Jahren sind sie finnisch, friedlich vom Völkerbund beschlossen. Sie haben eine eigene Flagge und Verwaltung, Amtssprache ist nach wie vor Schwedisch.
Wir sehen uns ein wenig um und fahren dann die 12 Kilometer – die Entfernungen auf Aland sind sehr überschaubar – nach Mariehamn zurück, auf dem gleichen, netten Sträßchen, ein anderes gibt es nicht. Zwischen Mariehamn und Finström sind wir auf Hauptstraße 2 unterwegs. Ganze 14 Kilometer. Dann biegt diese in Finström nach Osten ab, wir aber wollen in den Norden der Insel, also Hauptstraße 4, 22 Kilometer bis Geta. Der Norden Alands überrascht uns mit reichtragenden Obstplantagen und Erdbeerfeldern. Mildes Seeklima macht’s möglich. Aber auch hier ist die Küste stark zerklüftet, immer wieder greifen Meeresarme bis tief ins Land der Insel, formen idyllische, windzerzauste Landzungen und stille Buchten mit breiten Schilfgürteln. Wir fahren wieder über rote Steindämme, erst nach Isaksö, das einsam auf seinem vorgelagerten Inselchen liegt. Danö auf Gamlan ist unser nordwestlichster Anlaufpunkt, dann machen wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht.

Ein paar Fehlversuche später genießen wir auf sonnenwarmen Schärenfelsen in einer lauschigen Bucht diesen schönen Sommerabend – unser Feierabendbier kühlt schon zu unseren Füßen im Sund…

Unterwegs auf Aland

Nirgens ist das Meer weit.
Nirgens ist das Meer weit.
Typisch: Schären und Schilf
Typisch: Schären und Schilf
Nachtlager auf rotem Fels am Meer
Nachtlager auf rotem Fels am Meer


Kastelholms Slott aus dem 14. Jahrhundert wollen wir uns ansehen, in seiner Blütezeit Stützpunkt der schwedischen Krone – es geht auf König Gustav Vasa zurück – war es nach Plünderungen und Bränden für Jahrhunderte nur noch eine Ruine. Geschichtlich bedeutsam für die Alands wird es nun seit einigen Jahrzehnten wieder aufgebaut und ist zum Puplikumsmagnet aufgestiegen. – Das bekommen wir hautnah mit. Beide Parkplätze sind rappelvoll, Richtung Eingang farbenfrohes Gedränge. So belassen wir es für uns bei einem langen Spaziergang entlang des Schloss-Sees und der ehemaligen Wassergräben, von denen die meisten trocken liegen. Schöne Ansichten der Burg bekommen wir so und im angrenzenden Freihlichtmuseum Jan Karlsgarden, einem mittelalterlichen Dorf mit teils historischen Gebäuden nachempfunden, verläuft sich auch das Gedränge in angenehmer Weise.

Kastelholm Slott

Kastelholm Slott vom Schloss-See gesehen
Kastelholm Slott vom Schloss-See gesehen
... imposantes Gemäuer
... imposantes Gemäuer
Fischerhütte am Schloss-See
Fischerhütte am Schloss-See
... mit Bootslager
... mit Bootslager
Mühle in Freilichtmuseum
Mühle in Freilichtmuseum


Kastelholms Slott liegt am Ostzweig der Hauptstraße 2, dem wir bis zu seinem Ende folgen. Eine rote Straße über einen roten Steinwall durch einen Meeresarm und eine kostenlose Pendelfähre später kommen wir auf Sandö an. Das Inselchen empfängt Reisende mit einem großzügigen Rastplatz, der um einen Gedenkstein angelegt ist und offensichtlich liebevoll betreut wird – trotz der Hochsommersonne stehen die Blumen in ihren kleinen Töpfchen auf den Tischen in voller Pracht. Da gucken wir doch mal hin und machen unsere Mittagspause mit herrlicher Aussicht über Meeresarme und Inselchen. Und, klar, wollen wir wissen, was es mit diesem geschichtsträchtigen Platz auf sich hat. Erstaunt sind wir, auch eine deutsche Aufschrift auf dem Stein zu finden. Der Dank gilt einer deutschen Marineeinheit, die 1918 den Schäreninselgruppen-Freicorps mit Ausbildung und Bewaffnung in ihrem Freiheitskrieg unterstützte. Die Einheit wurde von der Bevölkerung beherbergt und versorgt…

Auf Sandö

Typisch Alands
Typisch Alands
Nein, nicht Töftöf... ;-)
Nein, nicht Töftöf... 😉
Liebevoll gepflegter Rastplatz...
Liebevoll gepflegter Rastplatz...
... als Dank für historische deutsche Hilfe.
... als Dank für historische deutsche Hilfe.
Fährverbindungen sind Lebensadern zwischen den Inseln
Fährverbindungen sind Lebensadern zwischen den Inseln


Wir nehmen die einzige West-Ost-Verbindung quer durch Sandö und stehen keine 5 Kilometer später schon in Hummelvik am Fähranleger nach Torsholma. Drei Stunden wird die Überfahrt mit der weißen Alfageln durch die nordöstliche Inselwelt der Alands dauern. Hakenschlagend führt sie uns durch ein wahres Labyrinth von bewaldeten Inselchen und rundgeschliffenen Schären über die bewohnten Inseln Enklinge, Kumlinge und Lappo nach Torsholma. – Diesmal standesgemäß unter der Alandflagge.
Bei strahlendem Augustwetter eine traumhafte „Seereise“ durch gefühlt hunderte kleine und große Alandinseln!

Kleine Seereise durch Alands Schärenlabyrinth

... unter Alands Flagge
... unter Alands Flagge
Manch enge Passagen
Manch enge Passagen
Kostgänger
Kostgänger


Diesmal sind wir Finnland ein ordentliches Stück und viele, viele Inseln näher gekommen. Nun ist MB wieder dran. Auf Torsholma folgen wir dem einzigen Sträßchen nach Norden. Über einen Steinwall führt es uns auf die Insel Bolmö. Diese beiden schmalen, zerbuchtetenen Inseln ziehen sich nahzu gerade von Süd nach Nord. Wir wollen uns wieder ein bisschen umsehen und nutzen von Bolmö aus die Möglichkeit über Korsö nach Fiskö zu fahren. Wieder verbinden lange Molenwälle die Inselchen untereinander. Immer wieder weicht der Kiefernwald auf den Schären zurück und gibt wunderbare Ausblicke auf die Küstenlinie und das Meer frei. Und dann entdecken wir ein Hochmoor mit einer kargen Heide zwischen flachen Felsen, die eine unglaubliche Blütenpracht hervorbringt!

Blütenzauber auf den nordöstlichen Alands

Bucht auf Fiskö
Bucht auf Fiskö
Karg und doch so reich
Karg und doch so reich
Die Heide in voller Blüte
Die Heide in voller Blüte
Schwarz- und Rausch- bzw. Moorheidelbeeren
Schwarz- und Rausch- bzw. Moorheidelbeeren
Wildblütenpracht
Wildblütenpracht
Leuchtendrosae Flockenblume
Leuchtendrosae Flockenblume
Schären oder Schilf...
Schären oder Schilf...


Eine lange Pause später geht’s zurück nach Bolmö, denn ganz im Norden des Inselchens liegt unser vorerst letzter Fähranleger. Mit diesem letzten Schritt setzen wir nach Finnland über.
Der Himmel umzieht sich und der Wind frischt auf. Ruppig wird er auf dem Weg über den Skiflet Kihti, der Bolmö von Pohjametsä, einer der Inseln, die dem Festland auch hier vorgelagert sind, trennt.
Ein kleines Motorboot nutzt das ruhigere Kielwasser der Fähre für eine entspanntere Überfahrt, während der weiße Segler sich souverän auf die Seite legt und den Starkwind bei einer rasanten Passage genießt.
Auch hier an der finnischen Küste haben die Schären noch diese rote Färbung, auch hier fahren wir über Steinwälle von Vuosnainen, dem Fähranleger auf Pohjametsä, über mehrere kleine Inseln, bevor wir das wirkliche Festland Finnlands erreichen.

Eine letzte Überfahrt nach Finnland

Eine letzte Fähre Richtung Finnland
Eine letzte Fähre Richtung Finnland
Noch einmal durch die roten Schären
Noch einmal durch die roten Schären
Boote kämpfen bei Starkwind
Boote kämpfen bei Starkwind
... oder genießen ihn
... oder genießen ihn
Erste finnische Schären
Erste finnische Schären


Mit der Küstenstraße 196 wenden wir uns nach Norden.